Folge 96, Januar-Februar 2001

Im Gedenken an Georg Pischl
 

Beim Heimattreffen 2000 in Memmingen war er noch mitten unter uns, daß er 2001 nicht mehr dabei sein würde, daran hat damals keiner von uns gedacht. Eine kurze schwere Krankheit hat ihn aus unserer Mitte gerissen. So müssen wir nun Abschied nehmen von unserem beliebten und geachteten Freund und Landsmann Georg Pischl, Gründungsmitglied und  Ehrenbundesvorsitzender unseres Heimatverbandes, einem Mann, dem der Heimatverband viel zu verdanken hat.

Zusammen mit einigen Gleichgesinnten wollte der Verstorbene vor 20 Jahren unseren aus dem Banater Bergland geflohenen, vertriebenen oder ausgesiedelten Landsleuten etwas von der verlorenen Heimat erhalten, wollten zusammenführen, was einst zusammengehört hat, und so dem Zerfall einer in zwei Jahrhunderten gewachsenen Gemeinschaft entgegenwirken. Darum gründeten sie den Heimatverband der Banater Berglanddeutschen. Es galt aber auch, das Erbe der Vorfahren zu wahren, ihre Leistung, ihr Verdienst um die Entwicklung der Bergorte vor dem Vergessenwerden zu bewahren und den wenigen, in der alten Heimat verbliebenen Landsleuten soweit wie möglich zu helfen. In führenden Positionen bestimmte Georg Pischl das Verbandsleben mit, zuerst als Geschäftsführer und ab 1991 bis 1997 als Bundesvorsitzender. Mit seiner Arbeit sicherte er entscheidend den Erhalt und die Entwicklung des Heimatverbandes, trug er wesentlich zur Erfüllung seiner Aufgaben bei.

Durch sein Wirken für den Heimatverband wurde er für uns, seine Nachfolger, beispielgebend. Seine Stärke waren nicht große Worte, sondern sein organisatorisches Talent und die Fähigkeit zur Improvisation, dank der er oft Probleme auf unkonventionelle Art zu lösen wußte. Bewundernswert war vor allem sein nie ermüdender guter Wille und sein Tatendrang. Er scheute nicht zurück, als jemand gesucht wurde, der einen Großtransporter mitten im Winter lenken konnte, um Hilfssendungen in das gerade vom Kommunismus befreite Banater Bergland zu bringen. Nicht zu vergessen sein Beitrag zur Errichtung des Denkmals für die Opfer der Deportation in Reschitz. Auch in fortgeschrittenem Alter hatte er stets Freude am Tun, nie war ihm eine Arbeit lästig, wenn es galt zu helfen. Obwohl die Familie der Mittelpunkt seines Lebens war und er als Ehemann, Vater und mehrfacher Opa stets für sie da war, fand er immer auch Zeit für den Heimatverband, dessen Fortbestehen er 1991-1992 fast im Alleingang sicherte. Entscheidend war dabei das Verständnis und die Hilfe seiner Ehefrau Mali. Der Heimatverband wählte Georg Pischl in Anerkennung seiner Leistung für den Verband beim Heimattreffen 1997 in Memmingen zum Ehrenbundesvorsitzenden.

Trauernden Herzens nehmen wir Abscheid von einem guten Freund. 

Ein letztes Mal sagen wir Dir, lieber Schorsch, für Deinen letzten Weg unser:

Glück auf! Der Bundesvorstand 
 

Home Inhalt zurueck weiter